CHRISTIAN KÜCHLER
 


Spachteltechnik

In den frühen 10er Jahren begann ich mit allen Arten von spachtelartigen Werkzeugen auf Leinwände zu arbeiten. Die Spachteltechnik hat ihren Reiz in der kontrastreichen Ausdruckstärke und klaren Konturen. Sie ist noch anspruchsvoller als die Schwammtechnik, da sie Fehler schwer verzeiht und man nicht einfach darüber spachteln kann, wenn ein Materialauftrag nicht den qualitativen Anforderungen entspricht. Alle Spachtelartigen Werkzeuge, vom kleinen «Katzenzünglein» (eine Art Minikelle) zum grossen Metalltraufel oder Hartgummirakel, zeichnen sich durch relativ harte Kanten aus und verlagen eine absolut saubere Arbeitsfläche ohne störende Staub- und Schmutzpartikel. Es gibt selten einen zweiten Versuch: Feuchte Farbe entweder abwischen oder noch schlimmer und oftmals den Rahmen neu bespannen.
Mit der Zeit genügte selbst die beste Qualität der im Handel erhältlichen leinenbespannten Keilrahmen nicht mehr. Die Keilrahmen selbst sind zu wenig verzugsfrei, die vorgrundierten Leinwände liesen sich nur bis zu einem bestimmte Grade so stark spannen, dass man sich mit den Werkzeugen nicht verkantete.
So fand ich einen Profilschreiner, welcher mir nach meinen Angaben das verzugsfreie und zugeschnittene Profilholz für stärkere Keilrähmen lieferte.
Diese nicht ganz kostengünstigen Profile aus amerikanischer Espe (Zitterpappel) baute ich dann zu Keilrahmen zusammen, welche wohl bei guter Pflege die nächsten Jahrhunderte überstehen werden. Ich bespannte diese Keilrahmen mit Denim am Laufmeter, grundierte sie in der Regel 3 bis 4 mal und schliff jeweils nach den einzelnen Trocknungen die Unreinheiten, wie Staub oder Haare u.ä, mit einem Schleifpapier weg.

Ein in dieser Art gebauter Keilrahmen kann im freien Handel wohl kaum verkauft werden, da die sehr hohe Qualität natürlich ihren Preis hätte und für viele Leute unerschwinglich wäre.